Umweltfaktoren

Exogene Ursachen der Infertilität

 

 

 


Vergleich zwischen einer 1985 erstellten Studie und den 1996 bzw. 2002 in einem Lebensmittel ermittelten Werten in Obst und Gemüse

Nahrungsmittel

Untersuchungen zeigen, dass in Obst und Gemüse oft nicht mehr so viele Vitamine enthalten sind.

Die Gründe sind:

| Lebensmittel haben sich durch die Intensivbewirtschaftung der Böden qualitativ verschlechtert

|Viele Lebensmittel, welche früher verbreitet waren und einen hohen Vitamingehalt hatten, werden nicht mehr angeboten

Referenz: Guidelines on food fortification with micronutrients by Lindsay Allen et al. World Health Organization and Food and Agriculture Organization of the United Nations 2006
Male factor subfertility: possible causes and the Impact of nutritional factors. Wong WY et al., Fertil Steril 2000 73:435-442

Alter

Spermienqualität nimmt durchschnittlich ab dem 40. Lebensjahr ab. Die Chance, schwanger zu werden, ist für eine unter 30-Jährige bei einem Partner über 40 im Vergleich mit einem Jüngeren bereits um ein Viertel geringer. Gleichzeitig gibt es aber immer mehr Männer, die erst um die 40, nachdem ein gewisser Zenit in der Karrierelaufbahn erreicht wurde, bereit sind, sich auf eine feste Partnerschaft einzulassen und Vater zu werden. Ältere Väter sind geradezu in Mode, der Kinderwunsch verschiebt sich also auch bei den Männern zusehends nach hinten. Obwohl es bei Männern keine eigentliche Änderung gibt, sind altersabhängige Abnahmen der Samenzellzahl und der Beweglichkeit bekannt. Auch die sexuellen Funktionen im Alter nehmen deutlich ab. Des Weiteren treten chromosomale Veränderungen (Störungen der Erbsubstanzen) auch altersabhängig bei Männern auf.

Bisphenol A

Bisphenol A (BPA) ist ein Plastikweichmacher und mit einer Jahresproduktionsmenge von fast 4 Millionen Tonnen eine der meistproduzierten Chemikalien. Die Chemikalie findet sich in vielen Gebrauchsgegenständen,  Getränkeflaschen, Lebensmittelverpackungen aus Plastik. Auch die Innenbeschichtungen von Konservendosen weisen Spuren von BPA auf. Alarmierend ist auch die Verwendung von BPA für die Produktion von Baby-Schnullern und Baby-Trinkfläschchen. Forscher aus Michigan zeigten einen Zusammenhang zwischen Bisphenol A–Werten in Urinproben und veränderten Konzentrationen von fruchtbarkeitsbestimmenden Hormonen.

Bei Fabrikarbeitern aus China, welche der Chemikalien BPA ausgesetzt waren, wurden sexuelle Lustlosigkeit, Erektionsprobleme und auch Ejakulationsprobleme festgestellt. Die US-Forscher verglichen nun bei 218 chinesischen Arbeitern die BPA-Werte im Harn mit der Samenqualität.

Resultat: Höhere Konzentrationen der Chemikalie steigerten das Risiko für eine schlechte Samenqualität um das Zwei- bis Vierfache. Darunter litt sowohl die Konzentration der Spermien als auch ihre zur Befruchtung wichtige Vitalität und Mobilität (Quelle).


Wie Medikamente bestimmte Vitamine/Inhaltsstoffe beeinflussen

Medikamente

Bestimmte Pharmaka (z.B. Anabolika, Arzneimittel mit östrogen-, gestagen, oder androgener Wirkung) können endokrine Regulationsmechanismen stören und so Einfluss auf die Fruchtbarkeit ausüben. Einige Substanzen wie Zytostatika, bestimmte Antibiotika und Immunsuppressiva können direkt gonadotoxisch wirken, indem sie die Spermatogenese hemmen. Weiters können Tranquillizer und Antidepressiva, Antihypertensiva, Antiepileptika und Kardiaka die Libido und Erektionsfähigkeit reduzieren, zum Teil wird aber auch von einer verminderten Ejakulationsfähigkeit berichtet.
Temperatur: Die Normaltemperatur des Hodens liegt bei 35°C. Hitzeeinwirkungen (z.B. Stahlarbeiten, Sitzheizungen, langes Sitzen bei Berufsfahrern, Schweißarbeiten, häufige Saunagänge) können für eine Erhöhung der Skrotaltemperatur sorgen und haben somit einen fertilitätsmindernden Effekt. Es kann zu einer Asthenozoospermie, Oligozoospermie und Teratozoospermie kommen.