MÄNNLICHE INFERTILITÄT

WAS GENAU BEDEUTET MÄNNLICHE INFERTILITÄT?

Infertilität ist der medizinische Fachausdruck für Unfruchtbarkeit. Dies trifft dann zu, wenn es bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung innerhalb von 12 Monaten nicht zu einer Schwangerschaft kommt.

Prinzipiell kann zwischen primärer und sekundär Infertilität unterschieden werden:

Primäre Infertilität:
Der Mann hat zuvor noch kein Kind gezeugt.

Sekundäre Infertilität:
Der Mann hat bereits ein oder mehrere Kinder gezeugt, unabhängig davon ob mit seiner aktuellen Partnerin oder einer anderen Frau.

Immer noch werden bei unerfülltem Kinderwunsch in vielen Fällen zuerst die Frauen und erst später die Männer untersucht, obwohl etwa in der Hälfte aller Fälle die Ursache beim Mann liegt.

WAS MACHT UNFRUCHTBAR?

Männliche Unfruchtbarkeit kann viele Ursachen haben. Genetik, Stress, veränderte Lebensrhythmen, aber auch Ernährungsgewohnheiten sorgen in den Industrieländern für einen dramatischen Rückgang der Produktion und Qualität von Samenzellen. Rund 15% aller Paare bleibt der Kinderwunsch auch nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs versagt.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen vererbten und erworbenen Störungen. Des Weiteren wird nach Erkrankungen der hormonellen Steuerung der Hodenfunktion (ca. 12%), Erkrankungen der Spermienbildung im Hoden selbst (ca. 30-40%) und Erkrankungen des Transportsystems der Spermien (ca. 10-20%) unterscheiden.

INFERTILITÄT DURCH

MEDIZINISCHE URSACHEN

HodenerkrankungenErkrankungen der Hoden und Nebenhoden wie Entzündungen, Krampfadern oder die Stieldrehung des Hodens betreffen meist jüngere Männer und sind sehr ernst zu nehmen, da sie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.
Störungen der HormonproduktionHormone, konkret das Hormon FSH, steuern die Produktion der Samenzellen im Hoden. Ist nicht ausreichend FSH im Körper verfügbar, sollte eine Hormonbehandlung in Betracht gezogen werden.
Krampfadern am Hoden (Varikozele)Varikozelen sind eine Bildung von Krampfadern im Bereich des Hoden und des Samenstranges. Ca. 15% aller Männer sind davon betroffen. Unbehandelte Varikozelen sind eine häufige Ursache für männliche Unfruchtbarkeit, da sich durch den Blutstau im Hodensack die Temperatur im Hoden um 0,5–1C° erhöhen kann, was sich wiederum ungünstig auf die Produktion der Samenzellen auswirkt. Bei ca. 25–40% aller unfruchtbaren Männer ist eine Varikozele als Ursache erkennbar.
In einer eigens für die Gruppe der, von subklinischer Varikozele betroffenen Männer angelegten Studie, konnte gezeigt werden, dass eine Mindesteinnahme von 3 Monaten PROFERTIL® alle Spermienparameter verbessert.
Abwehrstoffe gegen SamenzellenDa die Produktion der Samenzellen erst während der Pubertät startet, kann es vorkommen, dass der Körper diese als fremd identifiziert und Antikörper (Abwehrstoffe) ausbildet. Diese Antikörper können die Chance auf eine Schwangerschaft minimieren.
Störungen der SamenwegeDer Nebenhoden dient den Samenzellen als Ort der Reifung. Er besteht aus einem zwei bis vier Meter langen Gangsystem, durch das die Spermien weitertransportiert werden. Bereits geringste Entzündungen können zu Verklebungen führen. Aufgrund dieser Störung des Spermientransports können sich die Samenzellen nicht mit der Samenzellflüssigkeit verbinden, die Folge daraus ist, dass sich im Ejakulat zu wenige oder keine intakten Spermien befinden.

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UNGESUNDEN LEBENSSTIL

Sind medizinische Ursachen bei einer Fertilitätsstörung ausgeschlossen, geht die heutige Wissenschaft davon aus, dass die Ursache vor allem an Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten liegt.

Übergewicht10kg Übergewicht steigern das Infertilitätsrisiko bereits um 10%. Besonders die Körperfettzunahme am Bauch führt zu einer Verringerung des freien, biologisch aktiven Anteils an Testosteron.
RauchenRauchen beeinträchtigt Dichte, Beweglichkeit (Spermienmotilität) und Form (Spermienmorphologie) der Spermien. Eine direkte Wirkung auf die Hodenfunktion und damit auf die Spermatogenese (= Reifungsprozess der Samenzellen) ist zu vermuten. Abbauprodukte von Bestandteilen des Zigarettenrauchs können im männlichen Genitaltrakt Entzündungsreaktionen hervorrufen, was zu oxidativen Schädigungen der Spermien führen kann.
AlkoholStarker chronischer Alkoholmissbrauch kann sich toxisch auf den Hoden auswirken. Dies äußert sich in einer gestörten Spermatogenese (= Reifungsprozess der Samenzellen). Dies kann zu einer beeinträchtigten Beweglichkeit und Form der Spermien führen.In einer eigens für die Gruppe der, von subklinischer Varikozele betroffenen Männer angelegten Studie, konnte gezeigt werden, dass eine Mindesteinnahme von 3 Monaten PROFERTIL® alle Spermienparameter verbessert.
ErnährungUngesunde Ernährung kann zur Entwicklung von Mangelerscheinungen führen und eine eingeschränkte Samenqualität zur Folge haben. Vor allem Vitamine und andere Mikronährstoffe, welche über die Nahrung aufgenommen werden müssen, dienen als Cofaktor für Enzymreaktionen und haben eine antioxidative Wirkung.

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EXOGENE URSACHEN

LebensmittelUntersuchungen zeigen, dass in Obst und Gemüse nicht mehr so viele Vitamine wie ursprünglich enthalten sind. Die Qualität der Lebensmittel hat sich durch die intensive Bewirtschaftung der Böden verschlechtert.
AlterDie Spermienqualität kann ab dem 35. Lebensjahr abnehmen. Die Chance schwanger zu werden ist für eine unter 30-Jährige bei einem Partner über 40 im Vergleich mit einem Jüngeren bereits um ein Viertel geringer. Gleichzeitig gibt es aber immer mehr Männer, die erst um die 40, nachdem ein gewisser Punkt in der Karrierelaufbahn erreicht wurde, bereit sind, sich auf eine feste Partnerschaft einzulassen und Vater zu werden. Ältere Väter sind geradezu in Mode. Der Kinderwunsch verschiebt sich also auch bei den Männern zusehends nach hinten. Es sind allerdings altersabhängige Abnahmen der Samenanzahl und der Beweglichkeit von Spermien bekannt. Im Alter treten auch vermehrt chromosomale Veränderungen (DNA-Brüche) in den Spermien auf.
Lesen Sie hier mehr zum Thema DNA-Brüche in Samenzellen und die daraus resultierenden Folgen.
Bisphenol ABisphenol A (BPA) ist ein Plastikweichmacher und eine der meistproduzierten Chemikalien. BPA findet sich in vielen Gebrauchsgegenständen, Getränkeflaschen und Lebensmittelverpackungen aus Plastik. Auch die Innenbeschichtungen von Konservendosen weisen Spuren von BPA auf. Alarmierend ist die Verwendung von BPA für die Produktion von Baby-Schnullern und Baby-Trinkfläschchen. Forscher aus Michigan zeigten einen Zusammenhang zwischen Bisphenol A–Werten in Urinproben und der Konzentrationen von Fruchtbarkeitshormonen. Bei Fabrikarbeitern aus China, welche der Chemikalie BPA ausgesetzt waren, wurden sexuelle Lustlosigkeit, Erektionsprobleme und Ejakulationsprobleme festgestellt. Die US-Forscher verglichen bei 218 chinesischen Arbeitern die BPA-Werte im Harn mit der Samenqualität. Es zeigte sich, dass BPA das Risiko einer schlechten Samenqualität um das Zwei- bis Vierfache erhöht. Darunter litt sowohl die Konzentration der Spermien als auch die zur Befruchtung wichtige Vitalität und Beweglichkeit.
MedikamenteFolgende Arzneimittel können den Sexualtrieb und die Erektionsfähigkeit beinträchtigen, zum Teil wird aber auch von einer verminderten Ejakulationsfähigkeit berichtet<.

Antidepressiva: Medikamente, die zur Therapie von Depressionen eingesetzt werden. Daneben besitzen Antidepressiva zahlreiche andere Anwendungsbereiche, z.B. in der Schmerztherapie.
Tranquilizer: Gruppe von Arzneistoffen, die bei Einnahme eine Beruhigung bewirken.
Antihypertensiva: Sammelbegriff für Medikamente, die den Blutdruck senken. Sie bilden zusammen mit den Lebensstiländerungen die Grundlage der antihypertensiven Therapie.
Antiepileptika: Arzneimittel, das zur Behandlung epileptischer Erkrankungen bzw. Anfallserkrankungen eingesetzt wird.
Kardiaka: Mittel zur Behandlung von Herzkrankheiten (herzstärkend).

In der Medizin bezieht sich der Begriff „endokrin“ in erster Linie auf Drüsen. So bezeichnet man alle Drüsen im menschlichen Körper als endokrin, die Hormone herstellen und diese direkt ins Blut abgeben. Bestimmte Pharmaka können endokrine Regulationsmechanismen stören und so Einfluss auf die Fruchtbarkeit ausüben:

Anabolika: Oberbegriff für eine Reihe von Arzneistoffen, die zur Beschleunigung des Aufbaus von Muskelmasse angewendet werden.
Antiandrogene: Arzneimittel, welche die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone hemmen.

Einige Substanzen können den Reifungsprozess der Samenzellen (= Spermatogenese) hemmen:

Zytostatika: Giftige, chemische Substanzen, welche in der Medizin als Arzneistoff, vor allem im Rahmen der Chemotherapie von Krebserkrankungen eingesetzt wird. Ein Zytostatikum stört, verzögert oder verhindert den Zellzyklus und verhindert somit, dass Tumorzellen sich teilen und verbreiten.
Antibiotika: Substanzen, die einen hemmenden Einfluss auf den Stoffwechsel von Mikroorganismen (z.B. Bakterien) haben und so deren Vermehrung oder Weiterleben unterbinden.
Immunsuppressiva: Arzneistoffe, welche die normalen Funktionen des Immunsystems unterdrücken.
TemperaturDie Normaltemperatur des Hodens liegt bei 35°C. Hitzeeinwirkungen (z.B. Stahlarbeiten, langes Sitzen bei Berufsfahrern, Schweißarbeiten, häufige Saunagänge) können zu einer Erhöhung der Temperatur im Hoden führen und so die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.